UD Medien Gruppe

Reusseggstrasse 9
Postfach
CH-6002 Luzern

Tel. 041 491 90 90

info(a)ud-medien.ch

04.06.2010

 

Krise trifft Druck und Medien

Die UD Medien Gruppe hat ein schwieriges Geschäftsjahr 2009 hinter sich. Die strukturelle Krise der Medienbranche und das konjunkturelle Umfeld machten der Unternehmensgruppe stark zu schaffen. UD Medien geht die Zukunft mit neuen Angeboten offensiv an, ein Stellenabbau ist dennoch unvermeidlich.

 

Zahlreiche Beispiele illustrieren, in welchem Umbruch sich die Medienlandschaft als Folge der durch das Internet in Gang gesetzten Entwicklung befindet und welche Auswirkungen dies zusammen mit den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise auch auf renommierte Unternehmen der Branche hat. Grosse Verlage kämpfen gegen schrumpfende Märkte im klassischen Inserategeschäft und sind intensiv auf der Suche nach neuen Tätigkeitsgebieten und Geschäftsmodellen. Ähnliche Entwicklungen verzeichnet auch die Druckindustrie.

Die Strukturbereinigung erfasste neben vielen kleineren Druckunternehmen auch Traditionsfirmen wie Weber-Benteli, den zweitgrössten Rollenoffsetanbieter der Schweiz mit 260 MitarbeiterInnen, der seine Tore von einem Tag auf den anderen schliessen musste. Die Strukturveränderungen im Druckbereich führten bei den Zulieferern, wie etwa bei der Wifag Bern mit dem Ausstieg aus dem Zeitungsbereich zum «klinischen Tod» (Zitat Branchenorgan Viscom). Heidelberg, einer der drei wichtigsten Produzenten von Druckmaschinen, konnte nur dank staatlicher Hilfe und der Entlassung von mehreren tausend Mitarbeitenden überhaupt gerettet werden. Die Liste der Hiobsbotschaften aus der Druckund Medienbranche ist mit diesen Beispielen alles andere als abschliessend.

 

Auch UD Medien Gruppe betroffen

Die konjunkturelle und strukturelle Krise ist im Geschäftsjahr auch an den Unternehmen der UD Medien Gruppe nicht spurlos vorbei gegangen. Die unbefriedigende Auftragsentwicklung im Druckgewerbe und im Medienbereich zwingt die UD Medien Gruppe zu einem einschneidenden Stellenabbau. Insgesamt werden zehn Stellen, Teilund Vollzeit, gestrichen. Den zahlenmässig grössten Abbau muss dabei die UD Print AG tragen: Sieben der total 96 Stellen sind davon betroffen. Bei der Anzeiger Luzern AG werden drei von 26 Stellen gestrichen, je eine in Redaktion, Administration und in der Verteilorganisation.

Thomas Akermann, CEO der UD Medien Gruppe, bezeichnet die Massnahme als schwierigen Schritt, der sich aufgrund der anhaltend schlechten Ertragslage der Firmen aufgedrängt habe: «Wir haben intensiv nach einer verträglichen Lösung gesucht. Aber sowohl bei den jeweiligen Verwaltungsräten wie auch in der Geschäftsleitung der Gruppe erwies sich die Anpassung der Personalbestände als prioritäre und unumgängliche Massnahme.»

Parallel zu den Personalanpassungen werden im laufenden Geschäftsjahr neue Produktions- und Marketingstrategien umgesetzt, welche die Marktposition der Unternehmen stärken sollen. «Wir sind zuversichtlich, dass wir mit den getroffenen Entscheidungen einen wichtigen Schritt in Richtung Fitness unserer Unternehmen getan haben », sagt Akermann.

 

Geschäftsjahr 2009 mit Verlust

Nachdem das Geschäftsjahr 2008 noch mit einem Gewinn von fast einer Viertelmillion Franken abgeschlossen wurde, stand das Jahr 2009 im Zeichen der wirtschaftlichen Baisse und wegbrechender Inseratevolumen. Der Abschluss des vergangenen Geschäftsjahres weist einen Verlust von annähernd 380 000 Franken aus.

«Die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise waren in der Verlags- und Druckereibranche besonders stark spürbar», sagt Verwaltungsratspräsident Dr. Paul Huber. Im ersten Quartal 2010 konnte die UD Medien Gruppe den Betriebsertrag leicht verbessern. «Trotz konjunktureller Erholung steht die Medienbranche auch im aktuellen Geschäftsjahr weiterhin vor grossen Herausforderungen », meint Verwaltungsratspräsident Huber. Im hart umkämpften Verdrängungsmarkt Print, so der Verwaltungsrat weiter, wolle man sich darauf konzentrieren, den heute auf unterschiedlichen Medienkanälen kommunizierenden Printkunden die Arbeit zu erleichtern und sie dabei zu unterstützen, die Kosten der Marketingkommunikation tief zu halten. Paul Huber: «Die Herausforderung heisst: Den Kunden und seine Bedürfnisse noch besser kennen, Spitzenposition betreffend Know-how, durchgehend hohe Qualität, einfache Prozesse, konkurrenzfähige Preise, für die Umsetzung dieser Strategie fitte Mitarbeitende sowie intensivierte Kooperation.»

 

Print baut auf die Zukunft

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den Analysen des Geschäftsjahres 2009, so CEO Thomas Akermann, sei im Printbereich die intensivere Nutzung der Wertschöpfungskette inhouse. Eine weitere Feststellung war, auf die bestehenden Überkapazitäten im Markt zu reagieren und diese der Reali- UD Medien Gruppe Luzern Geschäftsjahr 2009 tät in Bezug auf Druckvolumen anzupassen. So wurde 2009 eine der drei herkömmlichen Bogenoffsetmaschinen im Format 70 auf 100 Zentimeter verkauft. Nach wie vor druckt UD Print AG hochwertigste Erzeugnisse auf den bewährten, grossformatigen Zehn- und Fünf-Farben-Druckmaschinen. Druckkunden verlangen zunehmend mehr Flexibilität und kürzere Produktionsszeiten. Als Ergänzung und Investition in die Zukunft wurde ein HQ-Digitaldrucksystem installiert. Das System neuster Generation eignet sich vor allem für Aufträge in kleinerer und mittlerer Auflage in exzellenter Qualität. «Damit erweitern wir unsere Angebotspalette um eine entscheidende Dienstleistung und können am Markt erfolgreicher agieren», ist Thomas Akermann überzeugt.